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Europäische Kommission

Mona Lisa

Neue EU-Kosmetikverordnung bedroht Existenz von Naturkosmetik-Herstellern und Bio-Bauern

Nach Plänen der Europäischen Kommission soll die Liste der Substanzen deklarationspflichtiger Duftstoffe von bisher 26 auf 127 erhöht werden. Für den Fall der Überschreitung bestimmter Grenzwerte ist zudem geplant, 12 weit verbreitete Duftstoffe, die Bestandteil vieler ätherischer Öle sind, auf einen Gehalt von 0,01% zu begrenzen. Für die Hersteller von Naturkosmetika könnte das im schlimmsten Fall den Verzicht auf ätherische Ölen bedeuten.

An den Kragen geht es altbewährten Duftsorten wie Rose, Eichenmoos und Citronella. Das hieße, traditionelle Parfums wie Chanel No. 5 oder Opium von Yves Saint Laurent würden vom Markt verschwinden.

Dass für den Schutz von Allergikern gesorgt wird, ist allgemein zu begrüßen, in diesem Fall aber vollkommen übertrieben. Das wäre ungefähr dasselbe, wenn von nun an Pfirsiche verboten werden, weil die Gefahr einer Allergieauslösung zu hoch ist. Da es für viele Substanzen keinen natürlichen Ersatz gibt, könnten viele Produkte nicht mehr verkauft werden. Bei Dr. Hauschka wären z.B. 70 % der Kosmetika betroffen. Kein Wunder, dass Speick die Pläne als Katastrophe bezeichnet. Uneingeschränkten Vorteil hätten dagegen konventionelle Produzenten, die es sich leisten können, in aufwändiger und teurer Prozedur synthetische Alternativen ohne Allergieverdacht zu kreieren. Auf der anderen Seite sind es gerade diese Substanzen (zumindest einige von ihnen), die Krebs und Nervenschäden hervorrufen können.

Im Rahmen eines öffentlichen Konsultationsverfahrens, welches vom 13.02.2014 bis zum 14.05.2014 dauert, haben nun sowohl Einzelpersonen als auch Verbände und Organisationen (z.B. von Verbrauchern, Ärzten oder Vertretern der Industrie) die Gelegenheit, sich öffentlich zu den Plänen der EU-Kommission zu äußern. Die Ergebnisse dieser Befragung werden in die Überlegungen der EU-Kommission eingehen, den EU-Staaten eine entsprechende Änderung der EU-Kosmetikverordnung vorzuschlagen.

Wer sich dagegen einsetzen möchte, kann dies auf „parfumo“ tun. Die Parfum-Community hat eine Online-Petition erstellt die auf Petition Parfumo unterzeichnet werden kann.